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1. Juli 2018: 10 Jahre Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen

Von vielen Seiten dankbare Anerkennung und gute Wünsche für die weitere Arbeit!

An gleicher Stelle wie am 1. Juli 2008, in der Kapelle der St.-Marienkirche im Herzen Berlins, feierte heute der Förderkreis Alte Kirchen mit vielen Freunden das 10-jährige Bestehen und bereits sehr erfolgreiche Wirken seiner Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen. Zu den Gästen dieses Tages zählten Bischof Dr. Markus Dröge, Herr Dr. Wolfgang Thierse, Schirmherr des Förderkreises Alte Kirchen, Frau Dr. Catharina Hasenclever als neue Büroleiterin der Stiftung KiBa, viele Förderer der Stiftung und nun auch schon Vertreter aus den 23 Kirchengemeinden, die die Stiftung schon fördern konnte.

Bischof Dröge erzählte in seinem Grußwort davon, dass ihn bereits das erste Projekt der Stiftung, die frühe Vergabe eines Zuschusses für planerische Arbeiten zur Rettung der Kirchenruine in Hirschfelde, besonders beeindruckt habe: Jener erste Anstoß habe erkennbar dazu geführt, dem Ort inzwischen eine neue einladende Mitte und der kleinen Gemeinde ein neues Zuhause zu schaffen. - Im verlesenen Grußwort des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke, auch Schirmherr unserer Stiftung, wird ebenfalls betont: "... ist es gut zu wissen, dass sich die Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen weiterhin als starker und verlässlicher Partner für diese Kirchengebäude einsetzen wird. Ich danke allen Beteiligten für das bisher Geleistete und wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft sowie Freude bei Iher Aufgabe sowie großzügige Unterstützer."

Eine große Karte des Landes Brandenburg fand besonderes Interesse: Kirchensymbole zeigten die Orte, wo bereits Stiftungsmittel für Sanierungsmaßnahmen an Kirchen eingesetzt oder zugesagt werden konnten, insgesamt bereits über 75.000 €.

Zum heutigen Tag beträgt das Stiftungsvermögen über 620.000 Euro. In etlichen Jahren wird es bei 1 Million Euro liegen. Die Erträge daraus werden die Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen über Jahrzehnte hin weiter absichern und verstetigen können.

Nachstehend der vollständige Text der Grußworte, die uns zum 1. Juli erreichten:


Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg
Schirmherr der Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen

Liebe Stifterinnen und Stifter, sehr geehrte Freunde und Förderer Brandenburgischer Dorfkirchen,
in Brandenburg gibt es neben den Stadt- und Wallfahrtskirchen sehr viele Dorfkirchen: die meisten eher bescheiden und dennoch eindrucksvoll und in sich stimmig. Es lohnt sich daher, sie genauer zu betrachten und ihrer Faszination nachzuspüren. Denn in ihrem Innern beherbergen sie Altäre, Patronatslogen oder Taufengel mit wunderschön gearbeiteten Details, denen allerdings oft die Jahrhunderte zugesetzt haben.
Zahlreiche Gebäude waren oder sind vom Verfall bedroht und ihr Erhalt ist mühevoll. Da der Sanierungsbedarf sehr groß ist, können die Kirchengemeinden und Kommunen die Bewahrung dieses reichen kulturellen Erbes nicht allein schaffen und sind auf Hilfe angewiesen. So entstanden zahlreiche Initiativen und Fördervereine sowie Netzwerke, die mit staatlichen Förderprogrammen, ehrenamtlich Tätigen und Benefizaktionen für den Erhalt der Sakralbauten sorgen. Denn die Gotteshäuser nehmen im öffentlichen Leben nach wie vor eine besondere Rolle ein und stehen als Raum zur inneren Einkehr und Begegnung, wie für Kunst und Kultur allen offen.
Am 1. Juli 2018 kann die Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen auf ihr 10-jähriges Bestehen blicken - herzlichen Glückwunsch und danke für Ihr großartiges Engagement! Sie haben sich in besonderer Weise verdient gemacht und zeigen, wozu Kirchengebäude da sind: sie dienen dem Lob Gottes und sind darüber hinaus Erinnerungsorte. Sie erzählen vom Rhythmus des Lebens, von religiösen Handlungen, Traditionen und einem lebendigen Gemeindeleben, genauso wie von ihrer Baugeschichte sowie dem Wissen und der Kunstfertigkeit ihrer Erbauer.
Die Erfolge der zurückliegenden Jahre sind sichtbar, jetzt geht es neben der Restaurierung um nachhaltige Pflege und Wartung, um die Bauwerke für nachfolgende Generationen zu sichern. Damit die Kirchen und ihre inneren Schätze auch zukünftig ein sichtbarer Ausdruck des Miteinanders und der gemeinsamen Verantwortung, der Identität und Heimat sind. Daher ist es gut zu wissen, dass sich die Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen weiterhin als starker und verlässlicher Partner für diese Kirchengebäude einsetzen wird. Ich danke allen Beteiligten für das bisher Geleistete und wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft sowie Freude bei ihrer Aufgabe sowie großzügige Unterstützer.

Dr. Thomas Drachenberg, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum

Wir sind froh, dass es Ihre Stiftung gibt!
Die brandenburgischen Dorfkirchen sind als historische Anker Höhepunkte im geistigen, geistlichen und natürlich auch städtebaulichen und sozialen Sinne. Schauen wir zurück, so ist es nach jahrzehntelangen Bemühungen unter schwierigen Bedingungen der DDR-Zeit ab 1990 uns gemeinsam gelungen, dass über die Hälfte der Dorfkirchen restauriert sind. Vor allem musste nach 1989 keine einzige Dorfkirche abgerissen werden!
Derzeit sehen wir unsere Aufgabe darin, zusammen mit den großen christlichen Kirchen uns darüber zu verständigen, wie wir vor allem die Dorfkirchen im Land Brandenburg dauerhaft, d.h. nachhaltig erhalten und nutzen können. Es gibt erste vielversprechende Modelle, wie z.B. in Rieben (Landkreis Potsdam-Mittelmark) oder Altlandsberg (Märkisch-Oderland).
Auf Initiative von Herrn Janowski vom Förderkreis Alte Kirchen e.V. haben wir zusammen mit der EKBO das Thema der nachhaltigen Pflege, Erhaltung und Nutzung der Dorfkirchen über einen Landesdenkmaltag 2016 und einen Workshop im Kirchlichen Bauamt der EKBO Ende 2017 jetzt so weit im politischen Raum platzieren können, dass Bischof Dr. Dröge und der Ministerpräsident Dr. Woidtke sich in ihrem letzten Gespräch vor ein paar Wochen darüber verständigt haben, dass alle Beteiligten ein starkes Interesse an der Erhaltung der Kirchen im lande haben müssen.
Derzeit bemühen wir uns gemeinsam, Modelle des effektiven Monitorings zu finden, die das Muster "alle 50 Jahre Generalsanierens" unter hohem Mitteleinsatz durch eine kluge Reparatur- und Pflegeplanung ersetzt.
In diesem Sinne freue ich mich auf eine gute Zusammenarbeit und sehe kommenden Gesprächen optimistisch entgegen.

Albrecht Weisker, Evangelische Bank eG, Kassel

10 Jahre Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen - das ist eine willkommene Gelegenheit, im Kreis der Engagierten kurz innezuhalten, das Erreichte Revue passieren zu lassen und den Blick in die Zukunft zu richten.
Die Evangelische Bank gratuliert Ihnen zum 10-jährigen Bestehen sehr herzlich. Als langjähriger Partner der Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen, der Stiftung KiBa (Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler) und natürlich auch der EKBO sind wir der Auffassung, dass sich das erfolgreiche Wirken der Stiftung in den zurückliegenden Jahren wirklich sehen lassen kann!
Unsere vielen kleinen Kirchengebäude in Brandenburg sind bis heute sichtbare Orte des Glaubens. Sie sind Orientierungsmarken, Zeugen der mittelalterlichen Besiedlungsgeschichte der Region und Gegenstand des kulturellen Gedächtnisses unserer Gesellschaft. Gerade Brandenburg besitzt eine besondere Dichte dieser Kleinode. Sie berühren uns in ihrer schlichten Ausstattung oft sogar mehr als große, gelegentlich überladen wirkende Kirchengebäude.
Wenn es um die Bewahrung dieses einmaligen bauhistorischen Erbes geht, ziehen Akteure wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stiftung KiBa und die heute im Fokus stehende Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen an einem Strang. Und doch bleibt weiterhin jede Menge zu tun, um die Sakralbauten für künftige Generationen zu bewahren.
Die Umstände für dieses verdienstvolle Engagement waren schon einmal besser. Wir alle wissen, dass die Folgen des demografischen Wandels den ländlichen Raum besonders stark betreffen. Diesen Aspekt haben wir in der Evangelischen Bank gerade in der Ausschreibung unseres Nachhaltigkeitspreises 2018 in den Mittelpunkt gestellt. Aus unserer Sicht müssen wir die damit verbundenen Herausforderungen annehmen und den Wandel aktiv gestalten. Bevölkerungsrückgang und die Entkirchlichung großer Bevölkerungsgruppen gerade in Ostdeutschland führen auch dazu, dass nicht mehr alle Kirchengebäude für gottesdienstliche Zwecke gebraucht werden.
Aber was dann? Es gibt ermutigende Beispiele. Pilgerkirchen, Radfahrerkirchen, Kulturkirchen, die als Ausstellungsraum, für Konzerte oder als Begegnungsforum genutzt werden, sind heute keine Seltenheit mehr. Für die betreffende Gemeinde ist das manchmal mit einem schmerzhaften Prozess verbunden, aber viele Umnutzungen erweisen sich als sinnvoll und überzeugend. Diesen Aspekt hat die Evangelische Bank übrigens gerade in einer Studie zum Immobilienmanagement der Kirchen näher untersucht. Ein Thema, dass künftig wohl noch an Dynamik gewinnen wird.
Interessanterweise bleiben selbst umgenutzte Kirchengebäude weiterhin zentraler Kristallisationspunkt der dörflichen Identität. Der Erhalt der baulichen Substanz, der denkmalpflegerische Ansatz, der bei Ihrer Stiftung obenan steht, ist ohne Frage elementar. Aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass Kirchen in erster Linie für die Menschen da sind. Sie nutzen die Gebäude in unterschiedlicher Form und eignen sie sich im Lauf der Zeit immer wieder neu an. In erster Linie als Ort des Gottesdienstes, der Verkündigung und des Gebets. Aber wir sehen heute auch zahlreiche kreative Ansätze, die diese zentrale Aufgabe sinnvoll ergänzen können. Und doch wirkt die geistliche Kraft der Dorfkirchen weiter.
Noch ein anderer Aspekt: Für Stiftungen, die ja ihrem Stiftungszweck in erster Linie aus den jährlichen Erträgen ihres Stiftungskapitals nachkommen, ist die aktuelle Lage am Kapitalmarkt nicht einfach. Als Evangelische Bank kennen wir dieses Problem nur zu gut. Sinkende Erträge wegen der Nullzinspolitik der EZB berühren den finanziellen Spielraum gerade kleiner und mittelgroßer Stiftungen unmittelbar.
Daher wünschen wir der Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen, dass das mediale Echo auf ihr 10-jähriges Bestehen dazu beiträgt, weitere Unterstützer zu finden und sie zur Zustiftung zu motivieren. So wird es gelingen, das Stiftungskapital nach und nach zu vergrößern und der Fülle an Aufgaben auch in Zukunft nachkommen zu können. Denn an Aufgaben mangelt es nicht - das kulturelle Erbe unserer denkmalgeschützten Dorfkirchen in Brandenburg braucht sorgsame Pflege.
Für diesen Einsatz wünscht Ihnen die Evangelische Bank auch für die Zukunft viel Erfolg und alles Gute. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und Ihre Wertschätzung und versprechen: Als zuverlässiger Partner stehen wir Ihnen auch künftig gern zur Seite.

Prof. Dr. Leopold von Stechow
Er unterzeichnete für die Stiftung KiBa am 1. Juli 2008 die Urkunde zur Stiftungsgründung

Auf die vergangenen 10 Jahre der Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen schaue ich gerne zurück.
Trotz des schwierigen Umfelds hat die Stiftung Vieles, was sie sich vorgenommen hatte, tatsächlich erreicht. Das macht für die Zukunft Mut, nicht allein für den Erhalt unserer Kirchen Sorge zu tragen, sondern sie auch weiterhin zum Mittelpunkt der Dorfgemeinschaften zu entwickeln.
Ich wünsche der Stiftung, dass sie, um dieser großen Herausforderung gerecht zu werden, auch in Zukunft die nötige Unterstützung vieler Förderer und Freunde finde.

Dr. Uwe Otzen, seinerzeit Vorstandsvorsitzender des Förderkreises Alte Kirchen, unterzeichnete am 1. Juli 2008 für den Förderkreis die Urkunde zur Stiftungsgründung

Die Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen ist vor zehn Jahren ins Leben gerufen worden, um die Bewahrung der Dorfkirchen auf Dauer finanziell zu unterstützen. Unter dem Dach der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale in Deutschland (KiBA) und im Geleit der Landeskirche, des Landesdenkmalamtes und des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. kann diese ineinander gefestigte "Vierergemeinschaft" den Fortbestand des baulichen religiösen Erbes in Brandenburg sichern helfen. Doch kann sie dies wirklich für einen Bau, der Gotteshaus und Denkmal zugleich ist?
Wenn wir uns auf die Heilige Schrift beziehen - und das sollten wir in diesem Kontext - so finden wir im 127. Psalm den apodiktischen Eröffnungssatz: Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.
Ein klares aber auch ausschließendes Wort. Nehmen wir dieses "umsonst" ernst, nehmen wir es mit auf in unseren berechtigten Anspruch auf Nachhaltigkeit und generationenübergreifende Verantwortung, dann fehlt da noch eine entscheidende Komponente an der rein institutionell-organisatorischen "Vierergemeinschaft"; es fehlt die "lebendige Gemeinde" und deren Bezug zum "ideellen Baumeister", zu dessen Ehre dieses Haus doch eigentlich gebaut worden ist.
Erst auf dem Grund dieser fünf Säulen, also dieser "weltlich-geistlichen Schicksalsgemeinschaft" ruht die dauerhafte Bewährung des Gebäudes, sowohl dieses Kirchenbaus St. Marien zu Berlin als auch der vielen Dorfkirchen Brandenburgs. Denn Kirchenbauten, wenn sie nicht zum schlichten Denkmal herabgesetzt werden sollen, haben nicht nur den Atem der sie umgebenden Menschheitsgeschichte in ihren Mauern aufgenommen, haben nicht nur Generationen zu Gottesdiensten, Taufen, Konfirmationen und Trauerfeiern gerufen, haben nicht nur für erweiterte Nutzungen von allerlei Kunst- und Kulturveranstaltungen gedient, nein, sie haben vor allem auf die Unverfügbarkeit von Glaube, Trost und lebendige Hoffnung als Gottesgeschenk für Menschen hingewiesen. Die Bibel versteht die Kirche als Institution und Glaubensgemeinschaft daher auch als ein "Haus, das aus lebendigen Steinen gebaut ist".
Wir sollten deshalb darauf vertrauen, dass auch unsere Dorfkirchen trotz aller Bedrängnisse durch allgegenwärtige Säkularisierungstendenzen, trotz demographischem Wandel und Wegzug der Menschen aus den Dörfern und trotz immer wiederkehrender Finanznöte, dass sie trotz alledem in dieser "Schicksalsgemeinschaft" geborgen bleiben, die von einer lebendigen Gemeinde getragen wird. Nur wenn dies bewahrt bleibt, können wir auch darauf vertrauen, dass alle unsere Mühen um den Erhalt der Gotteshäuser nicht "umsonst" bleiben werden, wie der Psalmist uns hoffnungsfroh zuruft.
Dass wir diesen Ruf mit aufnehmen dürfen, wünsche ich allen, die an der Bewahrung der Kirchen Berlin-Brandenburgs mitwirken!

Förderkreis Alte Kirchen e.V. Berlin
Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 12. März 2019 14:56